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Versandapotheken missbrauchen Bürger für eigene Lobby-Kampagne

Tim Reckmann/pixelio.de

Mehrere Internet-Versandapotheken haben mit vorgefertigten und bereits frankierten Musterbriefen ihre Kunden aufgefordert, sich an ihre zuständigen Bundestagsabgeordneten der CDU/CSU-Fraktion zu wenden, um einem Versandhandelsverbot für rezeptpflichtige Arzneimittel zuvorzukommen. Dazu erklärt der CDU-Abgeordnete Franz-Josef Holzenkamp:

„Mich haben in den letzten Wochen hunderte von Musterschreiben von Versandapotheken-Kunden aus meinem Wahlkreis erreicht, die die angeblich verbraucherfeindliche Haltung des CDU-geführten Bundesgesundheitsministeriums anprangern.

Um die Schlagkraft der Lobby-Kampagne zu erhöhen, wurden dabei gezielt Tatsachen verdreht: Denn nach der Entscheidung des Europäischen Gerichtshofes gibt es keinen freien und fairen Wettbewerb mehr zwischen unseren ortsansässigen Apotheken und Versandapotheken im europäischen Ausland. So haben die Versandapotheken jetzt einen klaren Wettbewerbsvorteil, da sie ihren Kunden – anders als inländische Apotheken – Preisnachlässe gewähren können.

Die Art und Weise, wie DocMorris, Europa Apotheek und Co. den Bürgerinnen und Bürgern darüber hinaus suggerieren, es ginge einzig und allein um ihre Rechte als Verbraucher und um ihre Wahlfreiheit, ist unanständig. Dass die Versandapotheken in erster Linie Marktanteile und damit eigene Gewinne im Auge haben, wird hingegen bewusst verschwiegen. Dies habe ich DocMorris in einem persönlichen Schreiben auch deutlich gemacht.

Die flächendeckende lokale Apothekenversorgung insbesondere bei uns im ländlichen Raum darf auf keinen Fall gefährdet werden. Schließlich sind es die Apotheken vor Ort, die mit ihrer persönlichen Beratung und ihrem Notfalldienst rund um die Uhr unsere Versorgung mit lebenswichtigen Medikamenten gewährleisten.

Wenn die Versandapotheken also glauben, ich lasse mich als Abgeordneter von solchen Kampagnen beeinflussen, haben sie die Rechnung ohne den Wirt gemacht. Die Entscheidung, ob es in Deutschland – wie in vielen anderen EU-Mitgliedsstaaten im Übrigen auch – ein Versandhandelsverbot für rezeptpflichtige Arzneimittel geben wird, wird nach Abwägung aller Aspekte in einem demokratischen Verfahren vom Deutschen Bundestag getroffen. Bis dahin sollten die Versandhändler weniger mit öffentlichen Negativkampagnen auf sich aufmerksam machen, sondern sich konstruktiv in den fachlichen Dialog einbringen.“

Hintergrund: Nach der Arzneimittelpreisverordnung gilt in Deutschland bei der Abgabe verschreibungspflichtiger Arzneimittel ein fester Preis. Mit diesem System der festen Preise soll insbesondere eine schnelle und wohnortnahe Versorgung gewährleistet werden. Aufgrund eines Urteils des Europäischen Gerichtshofes gilt diese Regel nun nicht mehr für Versandapotheken aus dem europäischen Ausland, sondern nur noch für inländische Apotheken.

Wie mit diesem Urteil umgegangen werden soll, ist derzeit Gegenstand von gemeinsamen Beratungen von CDU/CSU und SPD, an denen auch Vertreter der Apotheken sowie Versandapotheken teilnehmen.

Aktualisiert: 29. März 2017

Artikel eingefügt am 24.03.2017

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