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Logo Franz-Josef Holzenkamp MdB

26.03.2009: Anbau von gentechnisch verändertem Mais

Verehrte Frau Präsidentin,

Verehrte Damen und Herren,

 

Zu Beginn einige Schlagzeilen:

o Wir sollen uns nicht in die Natur einmischen!

o Dieser Prozess verändert die Eigenschaften des Lebensmittels!

o Gefährliche und unbekannte Substanzen können gebildet werden!

o Dieser Prozess kann nicht sachgerecht durchgeführt werden und unvorhergesehene Vorfälle können passieren!

o Es besteht keinerlei Bedarf dafür!

Meine Damen und Herren,

kommen Ihnen diese Aussagen bekannt vor?

Das waren die Argumente gegen die Milch-Pasteurisierung vor etwa 100 Jahren.

Wir alle kennen die Befürchtungen und Ängste um die Gentechnik. Und meine Fraktion nimmt diese sehr ernst!

Aber es macht schon nachdenklich, wenn in Befragungen zu dem Thema herauskommt, dass ein ebenso großer Anteil der Verbraucher der Meinung ist, dass z.B. Tomaten keine Gene enthalten.

Es gibt also einen erheblichen Aufklärungsbedarf. Aufgabe der Politik muss sein, sachliche Unterstützung und Informationen zu bieten, diese Wissenslücken zu schließen.

Oberstes Gebot bei der grünen Gentechnik ist für meine Fraktion:

Sicherheit für Mensch, Tier und Umwelt.

Risiken und Nutzen der grünen Gentechnik müssen sachlich und wissenschaftlich belastbar dargestellt werden.

Seit vielen Jahren wird die grüne Gentechnik eingesetzt, weltweit auf über 120 Mio. Hektar.

Und trotz zahlloser wissenschaftlicher Studien, konnte keinerlei Schädigung für Mensch, Tier und Natur festgestellt werden.

Und welche Rückschlüsse ziehen Sie daraus:

Was nicht sein darf, kann auch nicht sein.

Und so werden die Wissenschaftler, die sich positiv zum Nutzen der grünen Gentechnik äußern, von Ihnen in ihrer wissenschaftlichen Integrität diffamiert.

Wo bleibt Ihre Offenheit und vielgepriesene Toleranz?

Sehen Sie, meine Damen und Herren, wenn Teile der Politik wissenschaftliche Erkenntnisse als Humbug abtun und die „Grüne Gentechnik" pauschal und kompromisslos verteufeln, wie soll dann eine transparente, wissenschaftsbasierte Verbraucheraufklärung funktionieren?

Sie kann nicht funktionieren.

Sie sagen, sogenannte Bt-Pflanzen, seien

„besonders bedenklich hinsichtlich ihrer schädlichen Wirkungen für Insekten und andere Organismen."

Wenn diese denn so gefährlich sind, wie Sie sagen, dann wundert es mich schon, warum Sie nicht den Einsatz von BT-Bakterien als Spritzmittel im ökologischen Landbau in Frage stellen?

Ich will das nicht kritisieren, sondern nur feststellen, dass pflanzeneigene Resistenzen, d.h. eigene Abwehrkräfte, die höchste Form der Ökologie sind.

Fakt ist doch, dass die Pflanzenzüchtung seit Jahrtausenden in die Natur eingreift und Gene neu mischt. Unsere Kulturlandschaften weltweit sind davon geprägt.

Meine Damen und Herren, niemand behauptet, die grüne Gentechnik sei ein Allheilmittel.

Aber sie eröffnet vielfältige Möglichkeiten, den schon genannten Herausforderungen zu begegnen.

Dazu die Nobelpreisträgerin Christiane Nüsslein-Volhard: „In Deutschland ist noch nicht hinreichend akzeptiert, dass die Gentechnik in der Pflanzenzüchtung ein noch unausgeschöpftes Potential für den ökologischen Landbau, für verbesserten Umweltschutz, die Erhaltung der Artenvielfalt und für die Gesundheit bietet."

Ich kann mich dem nur anschließen.

Wir müssen uns entscheiden, wollen wir diesen Weg mit gestalten und von ihm profitieren? Oder lassen wir andere über uns hinweg entscheiden.

Wer diesen Anbau verbieten möchte, muss deutlich dazu sagen,

o dass wir dann in absehbarer Zeit zu diesem Thema auch keine Forschung mehr in Deutschland haben werden,

o dass wir uns zukünftig in hohem Maße von anderen Ländern abhängig machen,

o dass unsere Vorstellungen hinsichtlich von Bewertungsfragen international nicht mehr von Relevanz sein werden,

o dass die Monopolisierung gefördert wird.

Wenn Sie das wollen, müssen Sie es auch so sagen.

Sie beklagen zu Recht die zunehmende Monopolisierung auf diesem Gebiet. Aber glauben Sie denn wirklich, dass Anbauverbote dies verhindern. Sie erreichen genau das Gegenteil von dem, was Sie erreichen wollen.

Meine Damen und Herren, wir sind derzeit auf dem besten Weg,

hervorragend ausgebildete Forscher,

hoch entwickelte Saatgutunternehmen und

innovative Agrartechnologien

auf Nimmerwiedersehen zu exportieren, anstatt unsere mittelständischen Zuchtunternehmen zu unterstützen.

Das kann doch nicht das Interesse Deutschlands sein!

Hätte es in der Vergangenheit nicht Forscher wie Mendel, von Liebig oder Thaer gegeben, würden wir heute wahrscheinlich über noch mehr Hunger in der Welt, und dessen Bekämpfung und nicht über die grüne Gentechnik reden.

Verehrte Kolleginnen und Kollegen von den Grünen, beenden Sie endlich Ihren Glaubenskrieg.

Ihr Antrag ist fahrlässig für unser Land und daher als völlig unzulänglich abzulehnen.

Ich danke Ihnen für die Aufmerksamkeit.

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